Black Swan

Januar 14, 2011

Aronofsky – Liebe, Obsession, Hypersexualität, Verzweiflung, Zerbrechen. Nach Black Swan (und nicht zu vergessen The Wrestler) frage ich mich, ob er die Überperfektion des Künstlers bishin zur Selbstverstümmlung nicht sogar als ein Portrait seiner selbst nimmt und in die Filmwelt katapultiert.

Vergessen wir für einen Augenblick die wundervolle Natalie Portman, die an den extremsten Stellen immer noch nicht zu schauspielern scheint; vergessen wir die bezaubernde, dämonische Mila Kunis, den arroganten und verzogenen Vincent Cassel– konzentrieren wir uns auf den Tanz. Das Ballet macht einiges aus, aber wer darauf achtet stellt schnell fest, wie sehr der Horrortrip aus der unbequemen, viel zu intimen Kameraführung heraus entsteht, und wie einnehmend, schnell und benebelnd die Farben wirken… Tattoos, Graffitis, Poster… alles voller Farben, die tanzen, sich bewegen, irgendwann nur noch in Ninas Psyche… es ist in etwa genauso befremdlich und unangenehm, The Black Swan zu gucken, wie etwa Requiem For A Dream. In vielerlei Hinsicht.

Der Film ist keine Glanzleistung der Geschichtenerzählung, aber die Darstellung, die Aufführung des Swan Lakes ist eine Einzigartigkeit die nur so von Darren Aronofski kommen konnte. Ich kann nicht behaupten, dass mich der Film schockiert hätte, oder ihn gar als Thriller bezeichnen. Er ist ein voll gestörtes, überzeichnetes Drama, und vielleicht ist die Interpretation der vielen Metaphern an dieser Stelle redundant weil schon gehabt; aber wie großartig, dass ein so perfekter Film von seinen Makeln gestüzt wird.

Hoffe natürlich, dass Aronofsky nicht so tragisch endet wie unsere Natalie Portman.

(Die sexuelle Entladung, die in der Mitte des Filmes statt findet, ist übrigens vor allem in versteckten Details interessant)

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